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Helene Fruhwirth 

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Triple Tension

Letztes Wochenende war ein ganz besonderes Event für mich. Nämlich die Niva! No Diva Jam Session in Saalbach Hinterglemm im Zuge des Glemmride Festivals. Für die, die es nicht wissen „NIVA“ wurde von Michèle Quint und mir, während unserem gemeinsamen Portugal Aufenthalt, ins Leben gerufen. Wir sind jetzt auch kein Team oder so was. Wir sind einfach zwei Downhill Fahrerinnen, die durch Zufall, nämlich den gleichen Rahmensponsor – Alutech – zu einander gefunden haben und auf der gleichen Welle surfen. Wir haben uns selbst das Ziel gesetzt gemeinsame MTB Projekte zu planen und umzusetzen. So wie diese jetzt- und ich kann stolz sagen es war der MEGA HAMMER.

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Normalerweise ist man als Top Downhill Racerin fast immer alleine auf der Strecke im Training und beim Rennen sowieso. Das Mädls gemeinsam fahren ist eher selten. Ich weiss nicht genau woran es liegt. Vielleicht daran dass wir am Ende des Tages doch nur Konkurrentinnen sind und jede gewinnen will? Aber es könnte so viel leichter sein wenn „Frau“ mehr zusammen halten und dieses ganze extreme Konkurrenzdenken auf Eis legen würde. Und so kam uns auch die Idee zum klassichen Fahrtechnik Training dieses Racecamp anzubieten. Mädls, die noch nie ein Rennen gefahren sind die Chance zu geben gemeinsam mit anderen Mädls und von mir begleitet und gecoached zu werden. Denn mit „alleine auf der Strecke herumkrebsen“ kommt man oft nicht sehr weit und der Spaß bleibt dann auch auf der Strecke und verstaubt hinter einem Anlieger.

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Tag 1 Vormittag : stand bei meiner Gruppe Anmeldung und Streckenbegehung am Programm. Und bei Gruppe Michèle stand den ganzen Tag Fahrtechniktraining am Programm (mehr Fotos hier).

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Tag 1 Mittag: gemeinsames Zamsitzen der beiden Gruppen im Thomson

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Tag 1 Nachmittag: Training auf der Pro Line.

Nach der ersten Abfahrt schwebte ein großes Fragezeichen über den Köpfen von Nicole, Linda und Melanie. Ehe sie was sagen konnten erklärte ich ihnen, dass die erste Abfahrt immer die schrecklichste sei. Selbst nach 16 Jahren Rennen fahren ist meine erste Abfahrt auch immer die Schlimmste. Man glaubt man hat das Biken verlernt und fährt wie der letzte Mensch auf Erden. Fahrt zwei verlief dann wie prophezeit sehr gut und Fahrt 3 dann noch besser und bei Fahrt vier strahlten sie über beide Ohren.

Am Ende des Tages bekamen sie auch noch eine kleine Hausaufgabe mit. Sie sollten die Strecke aus ihrem Gedächtnis aufzeichnen mit all ihren Sprüngen, Kurven und Wurzelpassagen, was sie alle sehr genau nahmen, wenn ich mir die Skizzen so ansah.

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Tag 2:

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Bevor es auf die Strecke ging schauten wir uns noch die Go Pro Videos an und besprachen nochmals die Linien. Super motiviert ging es dann auch schon los. Vielleicht zu? Ich weiß es nicht denn leider kam Melanie bei der ersten Abfahrt in dritten Kurve zu Sturz und verletzte sich am Knie. Sie musste abtransportiert werden und konnte somit auch nicht mehr am Rennen teilnehmen. Gute Besserung Melanie. Die beiden anderen Mädls Linda und Nicole bewiesen Nervenstärke und fuhren am Nachmittag einen souveränen Qualifikationslauf herunter. Ich war mächtig stolz auf sie, denn immerhin war es für Linda das erste Rennen und für Nicole ihr zweites. In der Quali fuhren beide in die Top Ten und ich auf den 3 Platz.

Tag 3:

An Sonntag gings dann zur Sachen und es hieß all das gelernte so gut wie möglich umzusetzen. Leichter gesagt als getan, aber ich kann mich als Trainerin nicht beschweren, denn sie lieferten ab wie echte Profis.

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Nicole, die Ehrgeizige, redete ich noch ins Gewissen, von der Ersten Sekunden an echt absolut alles zu geben. Denn nach der Ziellinien ist „ach ich hatte noch Kraft. Ich hätte noch mehr können“ zu spät und fehl am Platz, wenn man Rennen fährt. Nicole gab definitiv alles, denn sie überholte sogar eine Fahrerin (die ihr leider wertvolle Sekunden kostete) und platzierte sich am Ende am 6ten Platz (mit einer Zeitverbesserung von 23 Sekunden).

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Linda, die Nervenstarke, die am Freitag gar nicht glaubte, dass sie eine ganze Abfahrt schaffen wird racte runter wie ein Oberprofi. Sobald es um die Zeit ging und um Ziele war sie zu Dingen fähig von denen sie gar nicht wusste, dass sie es so gut schaffen wird. Linda verbesserte sich um einen Platz und 7 Sekunden. Respekt!

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Als dann beide Mädls aus den Starthaus los pedalierten, und ich sie nach der ersten Kurve nicht mehr sah, hieß es für mich UMSWITCHEN ABER SCHNELL. Von der Trainerin zur Racerin. Und zum Glück konnte ich das auch auf Knopfdruck und ging mit meiner Troy Lee Design Speeda Leoparden Short auf die Jagd. Die Jagd nach der Bestzeit.

Aber ich muss ganz ehrlich zu geben einen Leistungsdruck verspürte ich schon ein Bisserl von mir selbst. Da zeigst den Mädls tagelang die Ideallinien und fährst dann vielleicht nicht aufs Stockerl? Kein Stockerl = keine guten Linien = Kompetenz Fail ?? Und somit gab ich alles und tritt mir die Lungen aus den Hals, pushte bei jeder Kurve raus, drückte die Sprünge, vermied so oft wie möglich die Bremse zu berühren, aber im Mittelstück fand sich dann mein Gesäß/Oberschenkel kurzzeitig zwischen Reifen und Sattel wieder, weil ich eine Schlag bekam. Ich kann es schwer sagen, ob ich bei dem Fehler 3,532 Sekunden verlor und somit den Sieg, aber was ich weiß ist, dass ich den Rest der Linien perfekt traf und sehr zufrieden bin.

Am Ende fuhr ich auf Platz zwei und Simone Weichselberger durfte sich über ihren ersten Karrieresieg freuen. Ich vergönne es ihr von Herzen.


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Für mich persönlich ist zusammenfassend zu sagen, dass dieses Wochenende mit diesen tollen Frauen, sicherlich zu den schönsten meiner MTB Karriere zählt und das selbst für mich nach 16 Jahren aktives Racen, dieses eine enorme Bereicherung war. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich all mein Rennwissen weiter geben konnte und so viel Dankbarkeit und Grinsen von den dreien zurück bekam. Außerdem haben sie es geschafft haben, dass ich aufgeregter war als in meinem Lauf und mein Adrenalinspiegel endlich mal wieder höher war. I call it TT – „Triple Tension“.

Ich möchte mich sehr herzlich bei Tourismus Saalbach Hinterglemm (Karin Pasterer), Ion Bikes, Iriedaily, Dr. Antonio Martins Coco Juice, Maxxis Germany, Alutech Cycles und Casio/ Baby – G für die tolle Unterstützung bedanken.

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und danke an Cri für die tollen Fotos:

NNDsmall (11 von 17)Du findest alle Fotos auch auf der FB Fan Seite.

 

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